Die legendären Christopher-Street-Day-Paraden, die diesen Monat in vielen deutschen Städten stattfinden, sind Anlass um ein bisschen aus meinem “Nähkästchen” zu plaudern..

Wie einige sicher wissen, meinen Zivildienst habe ich in Deutschlands Lesben- und Schwulenhochburg Köln, geleistet. Eines Nachts erreichte ich erst um 00:50 Uhr den Kölner Hauptbahnhof.

Die U-Bahn fuhr nicht mehr, also bin ich gelaufen. Nach kurzer Zeit begleitete mich Robert, ein ungefähr 32-jähriger Mann.

“Ach Kilian, was läufst du denn so schnell? Ooch, du liebe Güte. Da komm ich ja gar nicht mit. Jetzt laaauf mal langsamer..”, redete er in seiner femininen Art.

“Robert, es ist spät, ich will nach Hause. Wo kommst du jetzt eigentlich noch her?”

“Ja, ich war auf der Michel Jackson 2000 Party. Aaachh, war das schön! – Aber jetzt Kilian, laaauf doch nicht so schnell! – Wie alt bist du eigentlich?”

Nach einiger Zeit hatte er mich auf ein Bier, das wir in der leeren Fußgängerzone tranken, überredet. Besonders cool an seiner Lebensgeschichte war seine andersartige Erzählweise..

So langsam musste ich auf die Toilette. “Huuch auf die Toilette? Komm wir stehen hier an die Hauswand hin”, turtelte Robert.

“Das ist aber mitten in der Fußgängerzone”, gab ich ihm zu verstehen. “Egal, hier ist Köln!”, mein Schätzchen!

Na, große andere Möglichkeiten hatte ich zu diesem Zeitpunkt ja nicht. Als wir da standen merkte ich, wie Robert die ganze Zeit versuchte, einen Blick zu erhaschen. Darauf stellte ich klar: “Robert, ich habe eine Freundin und ich mag Frauen!”

“Ach Kiiiilian, jetzt hab dich doch nicht so.. Aber ich weiß schon, bei euch auf dem Land ist “schwul” noch ein Schimpfwort!”

“Ja, da hast du recht”, antwortete ich und begann selbst darüber nach zu denken.

Als wir wieder sitzen: “Schau mal Kilian, stell dir vor du sitzt vor einer Wand mit zwei Löchern. Du schaust oben durch und siehst ein wunder schönes Bild von Pamela Anderson mit ihren prallen Brüsten. (Er hat’s zur Sicherheit noch bildhafter beschrieben, damit ich es mir auch wirklich vorstellen kann.) .. Dann ist doch egal, wer dir unten einen bläst, nicht wahr?”

“Hmpppfff! – Ja theoretisch schon, mir jetzt nicht Robert!”

Recht hat Robert ja schon, viele sind überzeugt, dass Homosexualität unnormal ist. Aber schwul sein kann sich ja keiner aussuchen, oder?

Der eine steht eben auf Füße, der nächste auf Behaarte und andere auf das gleiche Geschlecht. Ich finde das ist ganz in Ordnung, solange kein Schaden entsteht.

In der Tierwelt verkehren ja auch oft gleichgeschlechtliche miteinander! Dass es unnormal sei, wird lediglich von der Kirche propagiert. Aber ist ein organisierter Glaube mit zahlreichen, einschränkenden Regeln nicht viel komischer?

Die Termine der sehenswerten CSD-Party-Paraden:

München: Samstag, 13.07.2013
Frankfurt: Samstag, 20.07.2013
Stuttgart: Samstag, 17.07.2013
Hamburg: Samstag, 03.08.2013

 

Share Button

Mehr spannende Texte für dich: