Very-Important-Person-Ultra-Liner, mit Softdrinks und Snacks, bequem mit Klimaanlage, .. wie im Himmel oder einfach “King of Bus”!

Ein Reisebus mit der Aufschrift "King of Bus"

So beschreiben es die Werbetexte auf den Bussen in Laos. In diesem Land gibt’s alles!

Von der High-Class-Edition im “private car” -

Ein privates Taxi mit vielen Snack-Verkäufern.

bis zum normalen “public transport”.

Ein voll beladenes Tuk Tuk in Laos.ein gelber Bus fährt auf einer Landstraße in Laos

Kurzum: Je günstiger das Busticket, desto spannender wird die Fahrt.. und desto mehr erlebt jeder Reisende die chaotische, äh, laotische Kultur.

Ich persönlich bin eher Fan von den öffentlichen Bussen. Die preishöheren VIP-Minibusse mit den verdunkelten Fenstern sind einfach nicht so spannend und spaßig. Diese Privatautos sind dann empfehlenswert, wenn jemand einen starken Zeitdruck hat oder schnell wieder aus Laos flüchten will. Zum Beispiel weil in jedem Essen Koriander drin ist.. irrrrg!

Für Leute, die Komfort brauchen, ist dieses recht ursprüngliche Land also eher nichts..

 

Ja was ist denn nun so anders an den öffentlichen Busfahrten?

Pünktlich und top fit stehen wir frühmorgens vor dem Bus.

Ein voll beladener Bus steht zur Abfahrt bereit.

Bereit für eine Busfahrt von der Hauptstadt Vientiane runter in Richtung Süden. Die angegebene Dauer der Fahrt nach Thakek, unserem Zwischenziel, ist fünf bis sechs Stunden.

Noch kurz ‘n Frühstück in der laotischen Bäckerei mitnehmen..

Ein Mann unter einem Sonnenschirm mit seinem Früchtestand.

und dann mal rein in die gute Stube!

Der voll besetzte Bus mit pinken Vorhängen und vielen Verkäufern im Gang.

Viertel nach acht und der Bus steht noch genau so still wie vor 20 Minuten. In der Zwischenzeit kommt ein Typ vorbei, der uns Kaugummi verkaufen will. “Nein danke, wir wollen gerade keinen Kaugummi”, sage ich. Er fragt uns erneut und nennt einen niedrigeren Preis. “Nee, echt nicht. Zum Frühstück passt das irgendwie nicht so”, erkläre ich weiter. Nein, verstanden hat er unser totschlagendes Argument wohl nicht und gibt uns einen Discount auf den Discount. Als überraschend der Bus hupt und uns das letzte “Nein” abnimmt. Der erfolglose Verkäufer packt sogleich seine Kaugummis und verlässt den Bus.

Nach zehn Minuten Fahrt der erste Stopp. Die Ticket Verkäuferin, die im Bus mitfährt, steigt aus und erledigt ihre Einkäufe.. Waaas?

Endlich geht’s weiter. Der Fernseher geht an und es laufen abwechselnd Comedy-Shows und so was wie MTV-Laos-Songs. Das erste Lied nervt, das zweite ist in Ordnung, das dritte hört sich sogar ganz gut an und ab dem vierten ist das Gehör von dieser ungewohnten Musik so vollgepumpt, dass der eigene Kopfhörer zum Einsatz kommt. Und wer den nicht dabei hat, ist in Laos verloren.. siehe unsere “Überlebensliste zu Laos“.

Eine halbe Stunde später hält der Bus erneut. Durch die kleinen Fenster sehen wir wie ein Laster neben den Bus hin parkt. “Was macht den der?”, schauen wir gespannt.

Ein junger Laote steht auf der Ladefläche eines Kleinlasters und verlädt Tabak auf den daneben stehenden Bus.

Und nicht zu fassen, die laden einen ganzen Anhänger voll Tabak oben auf das schon volle Busdach.

Wir warten und schwitzen also eine ganze halbe Stunde.

Daumen drehen, lesen, schauen, Daumen drehen, .. so jetzt passt nichts mehr auf’s Dach :) und wir fahren noch ein Stück bis der Bus für die Mittagspause stoppt. Es gibt Suppe.. natürlich mit Koriander – “brr” – zum Glück aber leckere Grillspieße als Alternative.
Ein Straßenstand an dem es Suppe und Grillspieße zu kaufen gibt.

Mit vollem Bauch und einem Keks-ähnlichen Nachtisch sitzen wir erneut im schaukeligen Bus.

Wir pennen ein.

Plötzlich rumpelt es und Augen-reibend bemerken wir, dass der Bus angehalten hat.

Sind wir jetzt da?

Ein Blick aus dem Fenster und..

es ist ein Straßentempel-Stopp.

“Waaas?” freuen wir uns, denn

Der Busfahrer und die Ticket-Verkäuferin stehen an kleinen Tempeln und beten.

der Busfahrer und die Ticket-Mutti steigen aus und beten ‘ne Runde. Cool – bestimmt für eine Gute Fahrt! Na so wie der Busfahrer heizt, ist das auch kein Wunder!

Trotzdem. Hoffentlich kommen da nicht noch mehr solche Tempel-Haltestellen. Einmal beten reicht doch oder?

Nach ein paar weiteren Stopps mit Preisdiskussionen und Kunden die anscheinend erst Mal ihren Koffer packen wollen, wird es dunkel. Aber das wäre ja gelacht, wenn die Laoten für diese finstere Dunkelheit keine Lösung haben. Und “schwupp”, wird eine Art Partybeleuchtung eingeschaltet!

Der dunkle Innenraum des Busses mit bunten Lichtern an der Decke.

“In Kombination mit den Lao-Songs fängt das ja richtig an zu rocken!”, lachen wir.

Als wir nun endlich spätabends in Thakek ankommen, sind wir heilfroh.

Der Spaß hat jetzt über drei Stunden länger gedauert als angesagt. Na egal, dafür war’s ein spannendes Erlebnis, eine echte Geduldsprobe und eine der witzigsten Busfahrten, die wir je hatten!

Für die Busfahrt am nächsten Tag sind wir zuversichtlich – es ist ja nicht jeder Bus ein Partybus :)

 

Und hier ein paar Beweise, dass Laos noch viel mehr zu bieten hat, als witzige Fahrten mit dem “Partybus”.

Coole Tiere

Ein Huhn mit Küken beim Fressen.

Ein junger Wasserbüffel schaut direkt in die Kamera und beobachtet uns.

Schöne Landschaften

Ein Mann schiebt einen motorisierten kleinen Pflug über sein Reisfeld in Laos.Ein Fluss mit hohen Bergen an jeder Seite.

Geschichte und Kultur

Viele Ausgehöhlte Felsen auf einer Wiese Mitten in Laos. Weltkulturerbe.Eine Göttin mit 10 Armen - als Statue

Bauten und Tempel

Ein großer Tempel mit drei übereinander gefächerten Dächer.Ein pyramidenartiges und religiöses Bauwerk mitten in der Natur

Ursprüngliches Leben

Eine Laotin steht am Straßenrand und füllt Wasser aus einem Bambusrohr in einen Kanister.Eine Mutter steht mit ihren Kindern bei der Reisernte mit schalen um den Reis in der Luft zu säubern.

Und jede Menge freundliche Menschen..

Eine reihe Kinder freuen sich über ein Foto.

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