Eine der berühmten Sehenswürdigkeiten in Harbin/China, ist die Aufzuchtstation für sibirische Tiger. Die riesigen Katzen waren vor vielen Jahren fast aufgegessen (chinesische Medizin). Im Jahr 1986 wurde das Reservat  dann mit nur 7 Tigern gegründet.

Heute ist es das größte Rettungscenter für die sibirischen Tiere. Seit 2011 leben hier mehr als 1.100 Tiger.

Beim kauf deiner Eintrittskarte kannst du dir noch ein lebendiges Hühnchen 20¥, eine Ziege 600¥ oder eine Kuh 1500¥ (ungefähr 180€) zum verfüttern, dazu kaufen. – Wobei ich die Kuh ein bisschen makaber finde, da wir auch indische Touristen gesehen haben.

Dann geht’s ab mit dem Bus in den Park durch viele abgetrennte Bereiche, in denen jeweils kleine Tiger-Gruppen leben. Cool, dass die kuschel-weichen Raubtiere wenigstens ein bisschen Platz haben. Das hat uns positiv überrascht.

Ein Tiger mit dickem Winterpelz trottet durch den eisigen Schnee.

Natürlich haben sich ein paar Chinesen Hühnchen gekauft, was interessant für uns und schmackhaft für die Katzen war..

Ein Tiger frisst seinen Braten. Heute gibt's Hühnchen. Tiger in Harbin beim Hühnchen rupfen.

Und nach der zügigen Busfahrt kannst du auf einem kleinen Rundgang noch mehr hungrige Tiger sehen, die gefüttert werden und herum kämpfen.

Am Ende des Rundgangs wird’s leider ein bisschen traurig. Dort sind drei Pumas und ein Gepard in kleinen Käfigen eingesperrt!

Eines der schnellsten Tiere. Ein Gepard eingesperrt im Rettungscenter für sibirische Tiger in Harbin.

Das zeigt einfach ganz klar, dass artgerechte Tierhaltung und China nicht zusammen passen.. Jetzt steht da solch ein cooles Rettungs-Center und dann sperren die einen afrikanischen Savannen-Gepard bei -29°C raus in die Kälte! Also ich kenne mich jetzt nicht gut aus mit Geparden, aber im Fernsehen sieht es so aus, als ob die viel Platz zum rennen brauchen und eher 30°C plus gewohnt sind.

Das ist doch verballert, nicht wahr? Klar, China entwickelt sich gerade und da gibt’s noch nicht mal genügend Menschenrechte. Aber wer läuft bitte schön aus einem
Tiger-Schutzzentrum raus und sagt sich: “Also die Tiger waren jetzt nicht so cool, aber der Gepard, der war eine tolle Attraktion!”

Und was können die Leute, denen Tiere wichtig sind, daran ändern?

Hmm, ich weiss nicht ob es viel bringt an den Infoschalter zu gehen und die Leute, die da arbeiten zu schimpfen. Da haben die großen Tierschutz-Organisationen glaube ich mehr Macht um Druck auszuüben.

Die Überlegung eines jeden von uns sollte eher sein, ob ich überhaupt zu diesem Tiger-Park hin fahre. Denn mit bezahlen des Eintrittspreis, befürwortet ja jeder Käufer das, was die Leute dort machen, stimmts?

Mal nur die Tiger unterstützen, geht halt leider nicht..

Wir haben uns dafür entschieden in China keine Tierparks und Tierveranstaltungen mehr zu besuchen. Da reisen wir lieber nach Afrika und schauen echte wilde Tiere an!

–> Und finden neue Insider-Tipps ;)

Das war ein Text aus dem Reise-Letter Nummer 2.

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