„Moment einmal … meint er das gerade ernst? Ich soll meinen wertvollen Urlaub, von dem ich ohnehin schon viel zu wenig habe, in der grässlichsten Stadt Englands verbringen? Freiwillig?!“

Oh ja, das meine ich vollkommen ernst. Ich möchte euch heute gern ein bisschen von meinem Urlaub in der grässlichsten Stadt Englands berichten und meine Erfahrungen mit euch teilen.

Hallo ich bin Max
…und ich liebe es zu Reisen. Besonders gefällt mir es, neue Städte und Kulturen zu erkunden. Als ich von einigen Monaten einen kleinen Roadtrip durch England unternahm, war meine erste Station die britische Küstenstadt Dover. Obwohl dieser unter den Einwohnern Englands ein ziemlich schlechter Ruf nacheilt, habe ich das Städtchen schnell lieben gelernt. Aus diesem Grund ist auch der Blog Dover.de entstanden, in dem wir wertvolle Reisetipps und Informationen rund um Dover teilen, um auch andere Reisende von Dover zu begeistern.

 

Um welche Stadt handelt es sich? Und warum ist es die grässlichste Stadt Englands? Es handelt sich hier um das kleine Städtchen Namens „Dover“. Dover liegt am südöstlichen Küstenzipfel Englands und ist die nächstliegende englische Stadt zu Frankreichs Festland. Wer einmal mit dem Auto nach England gereist ist, hat wie die meisten Reisenden sehr wahrscheinlich in Dover an der britischen Insel angelegt.

 

Das Tor zu England

„Das Tor zu England“ zu sein ist für Dover Himmel und Hölle zugleich. Zum einen treffen täglich zahlreiche Touristen von der französischen Küste kommend im berühmten Hafen von Dover ein. Zum anderen sind die meisten Reisenden lediglich auf der Durchreise und somit nur sehr kurz zu Besuch. Schon lange Zeit verzeichnet die Stadt deshalb einen rückläufigen Tourismus, der immer mehr zum Problem wird. Als wäre das nicht genug, musste die Stadt Anfang dieses Jahres einen äußerst herben Seitenhieb hinnehmen…

Dover: Die grässlichste Stadt Englands 2017…

… prangerte es in den Schlagzeilen der britischen Lokalzeitungen. In der jährlichen Umfrage „Top 10 Worst places to live in England“ (zu Deutsch: „Die 10 schlechtesten Orte zum Leben in England“) der Webseite ilivehere landete die Küstenstadt Dover auf dem undankbaren ersten Platz. Das ist definitiv kein Titel mit dem man sich als Touristenstadt schmücken möchte.

Mit der kleinen Stadt, die im Zweiten Weltkrieg Englands Front dargestellte, assoziieren die britischen Einwohner demnach vor allem die bezeichnenden Schlagwörter „rau, schmutzig, heruntergekommen und gewalttätig“. Ein vernichtendes Urteil.

Wirklich so schlimm? Meine Erfahrung mit Dover

Von all dem wussten ich und meine Frau nichts, als wir im Frühling 2017 unseren Englandroadtrip planten. Demnach landete auch Dover auf unserer kleinen To-Do Liste bzw. eher To-Visit Liste. Im Mai ging es dann direkt los!

Der erste Eindruck – Die „White Cliffs“

Nach dem wir nachmittags im französischen Dünkirchen mit der Fähre abgelegt hatten, erblickten wir nach gut zwei Stunden die Küste Dovers. Mit den „White Cliffs“ bekam wir quasi direkt als Begrüßung eines der großartigsten Naturschönheiten des Landes zu sehen, welches seit Jahrhunderten ein Symbol der Hoffnung und Freiheit in der britischen Geschichte darstellt. Als Heimat von seltener Flora und Fauna, die nur in deren Kreide-Grasland gefunden werden können, sind die „White Cliffs“ ein absolutes Must-See!

Als wäre dem nicht genug gewesen, legten wir dann in dem Hafen von Dover an. Besonders für Schiffsliebhaber ist das ein Spektakel der besonderen Art. Denn als verkehrsreichster Hafen Europas ist Dover ein wichtiges internationales Tor für den Transport von Passagieren und Handelsgütern. So kommt es, dass man im Hafen regelmäßig eine Menge prachtvoller Kreuzfahrtschiffe und monströse Frachtlader bewundern kann. Da kam uns unsere Fähre im Vergleich wie ein kleines Segelbötchen vor. Weil es schon ziemlich spät war, machten wir uns nachdem wir angelegt hatten direkt auf dem Weg zu unserer Unterkunft.

Fast wie Zuhause

Unsere Unterkunft hatten wir bereits im Voraus über Airbnb gebucht. So sind wir bei Rachael, einer kunstbegeisterten jungen Dame, die ein Zimmer ihrer Wohnung für zwei Personen vermietet, untergekommen. Sie hat uns mit einem strahlenden „Welcome Home!“ begrüßt. So fühlten wir uns dann auch fast, nach solch einer herzlichen Begrüßung. Das Zimmer war sehr gepflegt und gemütlich eingerichtet. Für 45€ pro Nacht ist das es in der zentral gelegenen Wohnung ein echter Geheimtipp! (Spare hier 30,- Euro bei deiner ersten Buchung mit AirBnB)
Am Morgen konnten wir uns dann das klassische „English-Breakfast“ nach Belieben selbst zubereiten. So waren wir gestärkt und bereit für die nächste Attraktion.

Dover Castle

Der Besuch der Burg von Dover stand bereits vor Reiseantritt fest auf unserem Plan. Nachdem uns auch Rachael den Besuch der Burg nochmals ausdrücklich ans Herz gelegt hatte, war unsere Vorfreude umso größer!

Mit einem stolzen Eintrittspreis von 17 Pfund ist die Besichtigung und Führung zwar nicht ganz billig, allerdings entschädigt das, was man zu sehen bekommt, den Preis alle mal! Die wunderbare altenglische Architektur hat uns schon beim Eintritt in die Burg verzaubert. Das alte Gemäuer bietet so viele interessante und verwinkelte Räume, dass man ruhig 3-4 Stunden einplanen sollte, um alles zu sehen. Unser persönliches Highlight war die Führung durch die geheimen Tunnel, welche spannende Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg darstellen. Abenteuer pur! Als Abschluss wurden wir mit einer atemberaubenden Aussicht von dem Großen Turm auf die Stadt, den Hafen und dem Ärmelkanal belohnt. (Unser Tipp: Besonders während des Sonnenuntergangs ist diese Aussicht einfach unvergesslich!)

Da wir für unseren Aufenthalt in Dover in unserem Reiseplan nur eine Übernachtung eingeplant haben, mussten wir nach diesen einmaligen Eindrücken auch schon wieder aufbrechen. Leider.

Unser Fazit: Grässlichste Stadt Englands?

Wenn wir vor der Reise von der Umfrage gehört hätten, wären wir vielleicht wie ein Großteil aller Touristen nur durch „das Tor Englands“ durchgereist. So hatten wir es schließlich unserer Unwissenheit zu verdanken, dass wir diese umwerfend schöne und interessante Stadt kennenlernen durften. „Rau, schmutzig, heruntergekommen und gewalttätig“? Davon haben wir nichts zu Gesicht bekommen. Bei der nächsten Gelegenheit werden wir sicherlich ein-zwei Übernachtungen dranhängen, um die Stadt und die vielen weiteren Sehenswürdigkeiten weiter zu erkunden.

Ein Urlaub in der grässlichsten Stadt Englands? Gerne wieder! Und wie schaut´s mir dir aus?

 

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