Zeigt den Ganges und ein paar Tempel der Stadt Varanasi

Für uns beginnt der Tag in Varanasi Die Gassen in dieser engen Stadt werden ebenfalls als Müllablage-Platz verwendet.ganz normal. Wir wissen noch nicht, dass am Abend die Männer-Party des Jahres in der heiligen Stadt steigt. Es dauert jetzt schon den ganzen Vormittag bis wir das Zugticket endlich in den Händen halten können “nerv” (leichter geht Tickets kaufen mit diesem Insider-Tipp). Nun schlendern wir durch die vermüllten Gassen, streicheln Kühe und laufen zu unserem Lieblings-Restaurant direkt am Fluss. Indisches leckeres Mittagessen, Müsli zum Nachtisch und das alles mit einer Ginger-Lemon-Honey Soda runterspülen, hmm..

Varanasi liegt sehr attraktiv, direkt am Fluss. Von den meisten Restaurants siehst du den Ganges mit seinen vielen Booten.

Nach einem Relax- und Verdau-Nachmittag finden wir uns am Abend in einem Internetcafé wieder. Als wir uns um 22.00 Uhr auf den Weg ins Hostel begeben, liegt schon eine merkwürdige Stille in den Gassen. Gewöhnlich laufen wir am Ganges entlang, das ist der einfachste Weg zur Herberge, doch heute ist etwas anders als sonst..

Als wir am Flussufer ankommen, sehen wir erschrocken wie uns eine überwältigende Männer-Menge entgegen läuft. Plötzlich fangen einige davon an, uns Reiskörner mit voller Wucht ins Gesicht zu werfen! Schnell drehen wir wieder um  und laufen in die engen Gassen zurück. Gina hat richtig Angst und mir ist es auch unwohl – so viele Männer mit solch einer Energie!

Wir joggen zügig in Richtung Hostel. Zum Glück hatte ich einen kleinen Plan für die ungefähre Richtung in diesem Labyrinth im Kopf. Als wir endlich und wohlerhalten angekommen sind, haben die Besitzer gleich die Türen verriegelt. Sie hatten auf uns gewartet und erzählen uns:

Am Abend vor Shivaratri baden in Varanasi mehr als 500.000 Männer im Ganges. Sie laufen dann die ganze Nacht über 80 Kilometer zu neun verschiedenen Tempeln und beten in jedem einzelnen davon. Weil es so ein tolles Fest ist, werfen viele mit Reis, zum Dank für die gute Ernte. Wenn’s keinen Reis gibt, dann werden halt Kuhfladen geworfen! Frauen haben an diesem Abend draußen nichts zu suchen, für die kann es ziemlich gefährlich werden. Zum Glück waren wir zu zweit unterwegs und haben uns nicht in den Gassen verlaufen.

Oben im Zimmer angekommen, sehen wir die letzten Inder beim Baden. Witzig ist, dass fast alle ihre Unterwäsche liegen gelassen haben.

Es ist dunkel und über 500.000 religiöse Männer baden im Ganges. Die Unterhosen bleiben einfach liegen.

Der nächste Tag ist dafür um so toller. Da gibt’s einen Umzug, bei dem alle möglichen Wagen, Elefanten und Künstler mitfahren. Das ist dann das Familienfest nach dem großen “RUN” am Vorabend.

Sieht so aus wie ein göttlicher Soldat :)Teil der großen Parade, der Trommler-Umzug.

Nach der Parade gehen wir zum “Ingwer-Zitrone-Honig-Restaurant”. Dort ist schon ein Altar aufgebaut. Kleine Altare wie diese gibt es im religiösen Varanasi haufenweise.

Wir dürfen nun mit vielen Nachbarn und den Gasthaus-Besitzern die kleine Shivaratri-Zeremonie feiern. Zuerst machen wir ganz viel Krach (Musik).
Danach salbt uns ein Brahmane mit einem duftenden Brei ein. Der soll die Gläubigen schützen und böse Energien vertreiben. Gilt das für Nicht-Gläubige auch?

Ein Bild von uns mit einer fein riechenden, vom Brahmanen angerührten Paste auf der Stirn.

Und zum Schluss gibt’s noch den berühmten Bang-Lassi. Ein sehr süßer Lassi, das zusammen mit einer handgerollten Kugel Marihuana getrunken wird. Natürlich nur wer will und nichts für Kinder!

“Wenn ihr die Kugeln mal so kaufen wollt, dann geht ihr am besten in den offiziellen Regierungsshop für Marihuana. Die anderen Klumpen sind im Ganges gerollt und das haltet ihr Ausländer nicht aus:)”, erzählt uns ein junger Inder. Wow, da gibt’s ein offizielles Geschäft, das Drogen verkauft?

Spät in der Nacht kommen wir nach Hause und bedanken uns für das klasse Erlebnis, das der totale Gegensatz zum Abend davor war.

–> Noch ein witziges Bild zum Schluss:

Fünf Hunde schlafen auf weichem Müll in den Gassen von Varanasi.

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