In den letzten 6 Jahren hat sich die Anzahl allein reisender Frauen um 230 Prozent erhöht. Was sind die Gründe dafür?

Ein Gastartikel von Dietmar Hanner vom Portal alleine.at

1. Die Hälfte aller allein reisenden Frauen kommen laut Vias’s Global Travel Intentions Studie von 2015 aus Asien. Da Asien bevölkerungsmäßig am schnellsten wächst, wachsen naturgemäß auch die Zahlen allein reisender Frauen.

2. Asien wächst nicht nur am schnellsten, sondern dort haben Frauen auch die höchste Lebenserwartung der Welt. In Japan werden die Frauen am ältesten (durchschnittlich 86,8 Jahre), in Singapur am zweitältesten (86,1 Jahre). Südkorea kommt mit 85,5 Jahren auf den 3. Platz. Was sollte dort eine Frau auch tun, wenn der Mann bereits verstorben und ausreichend Geld vorhanden ist, und man sich noch fit genug fühlt in ein Flugzeug zu setzen? Zu Hause bleiben und stricken? Natürlich nicht! 81 Prozent der allein reisenden Frauen sind über 45 Jahre alt.

3. Viele allein reisende Frauen geben an, dadurch ihr Selbstvertrauen stärken zu wollen. Da in den meisten Fällen der Zweck der Reise erfüllt wird, und sich das weiterspricht, folgen immer mehr Frauen diesem Beispiel.

4. Laut einer Studie des Wirtschaftsmagazins Forbes werden weltweit 80 Prozent aller Kaufentscheidungen von Frauen getroffen. Das geht vom Autokauf bis zur Gesundheitsversicherung. Bei der Urlaubswahl steigt dieser Wert sogar auf 92 Prozent. Das zeigt, dass Männer in Partnerschaften eigentlich nicht mehr viel zu bestimmen haben. Man kann daher davon ausgehen, dass viele Männer auch keinen Einspruch erheben, wenn ihre Frauen entscheiden alleine zu verreisen.

5. Die Kaufkraft der Frauen war noch nie höher als heutzutage. Frauen verdienen weltweit immer mehr.

6. Das Marktforschungsinstitut Yesawich, Pepperdine, Brown & Russell fand heraus, dass sich Frauen von Reisekatalogen oder Werbeplakaten mit schönen und exotischen Motiven eher dazu verleiten lassen eine Reise zu buchen als Männer.

7. Auch die steigende Anzahl von Blogs und Reise-Communities im Internet, und der virtuelle Austausch von Reisetipps untereinander, wirken für die Frauen sehr stimmulierend, eine Reise alleine zu wagen.

8. Frauen denken mehrheitlich mit der rechten Gehirnhälfte, die ja bekanntlich für das emotionale Denken verantwortlich ist und in der Regel konträr zum typischen männlichen Denken steht. Durch die ständige Reizüberflutung durch emotionale Reisefotos im Internet durch den Gebrauch von Apps auf mobilen Geräten wie beispielsweise Instagram oder Pinterest, wird der Wunsch der Frau die Koffer zu packen ständig in Erinnerung gehalten und getriggert. Die Reizüberflutung auf mobilen Geräten war vor ein paar Jahren noch nicht so stark ausgeprägt wie heute.

9. Der Trend alleine zu verreisen ist grundsätzlich weiblich! In einer Studie von TripAdvisor gaben 74% der befragten Frauen an schon einmal alleine eine Reise gemacht zu haben oder darüber nachzudenken. Auf Pinterest stiegen die Pins zum Thema Frauen und Soloreisen zwischen 2014 und 2015 auf 350%. Es ist eher so, dass die Männer sich dem Trend alleine zu verreisen anschließen, als anders herum.

10. Frauen verreisen mehr als Männer. In den USA bucht eine Frau alle 10 Monate eine Reise. Die Männer machen das durchschnittlich nach 12 Monaten.

11. Auf Reisen ist es für Frauen sicherer als zu Hause, wie man am Beispiel britischer Frauen sehen kann. In den Jahren 2013 und 2014 fielen nach Angaben des Foreign and Commonwealth Büros (FCO) 106 britische Touristinnen Vergewaltigungen zum Opfer. 152 wurden sexuell belästigt. Die Statistik des britischen Justizministeriums für das Jahr 2013 zeigt aber, dass das Risiko zu Hause im eigenen Land Opfer zu werden ungleich höher ist. Alleine 2013 gab es in Großbritannien 85.000 Vergewaltigungen. Das sind 1.635 in einer Woche. Die Gefahr für eine Britin auf einer einwöchigen Auslandsreise vergewaltigt zu werden, ist damit 1.634 Mal geringer als wenn sie zu Hause in ihrem Land bleiben würde.

 

Das Portal www.alleine.at beschäftigt sich mit allen Aspekten der Einsamkeit.

Die Autoren des Erlebnisblogs teilen nicht alle Meinungen des Gastartikels, meinen aber, dass es sich um eine interessante Diskussionsgrundlage handelt.

 

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